Ticketchaos bei Papstmesse im Olympiastadion Berlin

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JEDER BEKOMMT EINE KARTE ZUR HEILIGEN MESSE IM OLYMPIASTADION!!!

 


Aktuelle E-Mail von 17.20 Uhr vom Erzbischöflichen Ordinariat aus Berlin:

 

Sehr geehrte Frau Beschmann, sehr geehrte Damen und Herren

Ich möchte, noch einmal Bezug auf die heutige Email von Herr Wiese nehmen.
Hiermit können wir Ihnen berichten, dass auf Grund vieler netter Menschen, welche uns Ihre Tickets zurückgesendet haben,  wir für alle Ihre Teilnehmer einen Platz im Stadion gewährleisten können.

Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Stempor
Koordinationsbüro Papstbesuch

 

 

Wichtige Pressemeldung

 

 

Trotz wiederholter Zusagen der zuständigen Stelle beim Erzbistum Berlin unter ihrem Pressesprecher Stefan Förner an die Gemeinschaft "Deutschland pro Papa", über die u. a. auch Mitglieder von "Kirche in Not" und die Malteser bestellten, können rund 800 betroffene Pilger ihre Karten nicht, wie vorgesehen, vor Ort erhalten. Thomas Wiese, zuständig für Großveranstaltungen im Erzbistum, teilte heute Mittag, einen Tag vor der Papstmesse, mit, dass nun circa 800 Personen keinen Zugang zum Stadion erhalten könnten. Obwohl es bisher hieß, dass Großbildschirme für eine Übertragung aus dem Olympiastadion nicht mehr organisierbar seien, sollen diese für die Betroffenen vorgehalten werden. Ob die Pilger dort würdig die Hl. Messe mitfeiern können, ob Priester dort die Kommunion austeilen werden, ist allerdings weiterhin noch ungeklärt.

 

Liebe Freunde,
Wir, die Mitglieder von "Deutschland pro Papa", haben wirklich alles, alles versucht: seit Mitte letzter Woche, als sich die Lage zuspitzte, haben wir - oft bis weit in die Nacht - telefoniert, gemailt, korrespondiert. Leider vergeblich.

Aber: Es bleibt eine kleine Hoffnung. Bei solche Großveranstaltungen werden erfahrungsgemäß bis zu 5% der Plätze nicht besetzt, weil Besucher doch fernbleiben. Diese Plätze werden dann an uns vergeben.
In diesem Zusammenhang auch der wichtige Hinweis: Jeder, der irrtümlich Doppelbestellungen vorgenommen hat, oder schon eine Karte hat, soll sich bitte umgehend mit uns in Verbindung setzen, damit wir so doch noch alle 800 verbliebenen Gäste ins Olympiastadion bekommen können!

Herzlichen Dank

Bernhard Luthe
(3. Vorsitzender von Deutschland pro Papa)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. September 2011 um 16:53 Uhr

Geschrieben von: Administrator

Mittwoch, den 21. September 2011 um 13:56 Uhr

 

Wir freuen uns auf den Papst

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Sabine BeschmannDeutschland pro Papa - Kundgebung in Karlsruhe

 

Hunderte Vatikanfahnen, Plakate wie „We love Benedikt“ , „Highway to Heaven – B16” und über 1.000 Katholiken, säumten am vergangenen Samstag den Festplatz vor der Stadthalle in Karlsruhe. Deutschland pro Papa (DpP) hatte im Rahmen des Kongresses „Freude am Glauben“ zur öffentlichen Kundgebung als Vorbereitung auf den anstehenden Deutschlandbesuch des katholischen Kirchenoberhauptes aufgerufen.

 

Der Moderator der etwa über einstündigen Kundgebung und Geschäftsführer des katholischen Fernsehsenders EWTN, Martin Rothweiler, sprach in seiner Begrüßung angesichts des strahlenden Sonnenscheins von einem „Papstwetter“, passend zur Intention der Veranstalter. Zuversichtlich zeigte er sich weiterhin darüber, dass der Deutschlandbesuch in wenigen Tagen die „Herzen der Menschen“ erreichen wird. Benedikt XVI. sei mit seinem demütigen und bescheidenen Auftreten der beste „PR-Mann in eigener Sache“.

 

Michael HesemannAlle Hauptredner, angefangen von Ministerpräsident a.D. Werner Münch über den österreichischen Weihbischof Dr. Andreas Laun bis hin zum Bestsellerautor Michael Hesemann, warnten vor einer Entchristlichung Europas. Ein Europa ohne Christus, wäre leer und seelenlos. Die in den letzten Jahren und Monaten gesendeten politischen Signale seien bedenklich: Verbraucherschutz und Forschung hätten offensichtlich Vorrang vor dem Schutz des Lebens. Der Mutterleib kann heute nicht mehr uneingeschränkt als sicherer Ort für ungeborene Kinder gelten. Daher muss die Kirche immer von neuem die Mahnerin der Menschen sein. Die Zukunft des Christentums liege nicht in einer seichten „Wellnessrelegion“ sondern in einem klaren Bekenntnis und dem bewussten Gelebtwerden des Glaubens.

 

Weihbischof Andreas LaunPapst Benedikt XVI. ist die herausragende Persönlichkeit, die viele Menschen hörbar zur Umkehr und Besinnung aufrufen kann. Daher ist der Deutschlandbesuch ein so wichtiges Ereignis, nicht nur für die Katholiken. Die Teilnehmer der Kundgebung jedenfalls sandten ein eindeutiges Signal aus Karlsruhe aus: „Wir freuen uns auf Papst Benedikt XVI.!

 

 

 

 

Bilder: (c) Peter Winnemöller 2011

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. September 2011 um 23:36 Uhr

Geschrieben von: Administrator

Dienstag, den 13. September 2011 um 22:44 Uhr

 

Internationaler eucharistischer Kongress

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Internationaler eucharistischer Kongress in Dublin

 

 

Der nächste internationale Eucharistische Kongress findet vom 10.-17. Juni in Dublin statt. Es wird wie immer ein Großereignis sein.

 

Eucharistische Kongresse gibt es seit 1881, gehen u.a. zurück auf den Hl. Peter-Julian Eymard,"the apostle of the Eucharist". Eine der Kongresssprachen wird auch deutsch sein. Wer jetzt schon bucht, bekommt noch billige Flüge ab München z.B. oder Memmingen, Unterkünfte und einen Frühbucherrabatt für den Kongress. Das IEC-Vorbereitungskommitee war auch auf dem WJT in Madrid. Es wird auch ein eigenes Jugendprogramm geben.

 

Adresse im Internet: http://www.iec2012.ie/

 

Was ist ein Eucharistischer Kongress?
Seit Papst Benedikt XVI. angekündigt hat, dass der 50. Internationale Eucharistische Kongress im Juni 2012 in Dublin stattfinden wird, fragen uns die Menschen: "Was genau ist ein Eucharistischer Kongress und welchen Zweck hat er?"

 

Ein Eucharistischer Kongress ist ein internationales Treffen von Leuten mit folgenden Zielen:

die zentrale Bedeutung der Eucharistie in Leben und Sendung der Katholischen Kirche bewusst zu machenunser Verständnis davon und unsere Weise des Feierns der Liturgie zu verbessernein Augenmerk auf die soziale Dimension der Eucharistie zu legen.Der Kongress findet normalerweise alle vier Jahre statt. Die tägliche Feier der Eucharistie ist sein Herzstück. Darüber hinaus beinhaltet das einwöchige Programm des Kongresses andere liturgische und kulturelle Veranstaltungen, Katechesen und Zeugnisse sowie verschiedene Workshops. Der letzte Kongress wurde 2008 in Quebec abgehalten und war eine Quelle der Ermutigung und Erneuerung für die vielen tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer.


Viele Menschen in Irland wissen, dass im Jahr 1932 bereits ein eucharistischer Kongress in Irland abgehalten worden  ist. Unsere Eltern und Großeltern sprechen von einem bedeutenden Ereignis in ihrem eigenen Erleben von Kirche.

 

Weitere Informationen unter: http://www.vatican.va

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 05. September 2011 um 21:58 Uhr

Geschrieben von: Administrator

Montag, den 05. September 2011 um 21:47 Uhr

   

VATICAN-Magazin: Das kostenlose Sonderheft zum Papstbesuch

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VATICAN-Magazin spezial

 

VATICAN-Magazin: Das kostenlose Sonderheft zum Papstbesuch

 

 

Der Papst und die Deutschen, Benedikt XVI. und der Vatikan, das Petrusamt und seine Bedeutung für die katholische Kirche: In einem Sonderheft von 48 Seiten werfen ausgesuchte Autoren des VATICAN-magazins einen Blick auf den Besuch aus Rom, der im September nicht nur die Städte Berlin, Erfurt und Freiburg bewegen wird.

 

Diese Sonderausgabe des Magazins aus Rom gibt es kostenlos. Es soll denen Lesestoff bieten, die sich auf eine Begegnung mit Benedikt XVI. vorbereiten, die Deutschland-Reise verfolgen werden oder wissen wollen, wie der deutsche Papst zu seiner Heimat steht. Ein eigener Beitrag behandelt eine der großen Herausforderungen, vor der Rom steht: Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird es vor allem Aufgabe des Theologen-Papstes sein, den Richtungsstreit innerhalb der Kirche über die richtige Interpretation dieser bedeutenden Bischofsversammlung zu beenden.


Aber auch ganz persönliche Stimmen kommen in dem Sonderheft zu Wort, die über die Bedeutung des deutschen Pontifikats für das eigene Leben Auskunft geben.

 

Dieses neue VATICAN-spezial kann ab sofort per Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder auf der Internetpräsenz http://www.vatican-magazin.de vorbestellt werden.

 

Weblink zum Bestellformular: http://www.vatican-magazin.de/vs-order.htm

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 04. August 2011 um 23:25 Uhr

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Donnerstag, den 04. August 2011 um 23:20 Uhr

 

Warum hassen diese Katholiken die Kirche?

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Bernhard LutheBericht von Bernhard Luthe, Teilnehmer an der "Dialog"-Veranstaltung in Mannheim

 

All unser geplantes Tun unterliegt in der Regel einer gewissen Zielsetzung. Wenn die deutschen Bischöfe einen „Dialogprozess“ ins Leben rufen, so ist zu fragen, welche Ziele damit verfolgt werden. Da sich dieses Dialogangebot wesentlich an die in den diversen Gremien organisierten Laien in der Kirche richtet, will man offensichtlich mit diesen ins Gespräch kommen. Nun ist bekannt, dass gerade durch viele dieser Vertreter schon seit Jahren Forderungen an die Kirche gestellt werden, die sich u.a. im sog. „Memorandum“ wiederfinden.

Angesichts dieser Lage muss man sich nun also wiederum fragen, welche Zielsetzung die Bischöfe mit diesem Dialog bezwecken. Wenn a priori von einigen Bischöfen gesagt wird, dass „Antworten auf gegenwärtige Fragen auf der Grundlage der Offenbarung und der Lehre der Kirche“ gesucht werden, „weil wir nur so in der Wahrheit unseres Glaubens und in der Gemeinschaft der Weltkirche bleiben“ können (Overbeck), dann können nach den Erfahrungen der ersten Veranstaltung Bedenken entstehen.

Entweder war es dann unüberlegt einen solchen Dialogprozess zu initiieren, weil damit die Forderungen vieler Laienvertreter ins Leere laufen und damit noch mehr Frustration als vorher erzeugt wird. Denn die bei der ersten Dialogveranstaltung vorgebrachten Forderungen stehen – teilweise – eindeutig nicht auf der Grundlage der Lehre der Kirche und widersprechen damit dem Glauben der Weltkirche.

Oder aber die Initiatoren des Dialogprozesses verfolgen andere Ziele bzw. bezwecken tatsächlich mit diesem fünfjährigen Prozess eine langsame Umwandlung in Richtung eines nationalen Sonderweges. Die gestellten Forderungen wie dem „Diakonat der Frau“ (als erste Stufe mit dem Fernziel der Frauenordination) oder die „Viri probati“ und „Mulieres probatae“ sind kaum überraschend oder gar neu, wurden aber mit Vehemenz vorgebracht, auch mit dem großen Bedauern über die „Machtlosigkeit der Frau in einer männerregierten Kirche“.

Viele der vorgebrachten Thesen sind jedenfalls eindeutig nicht mit der Lehrmeinung der katholischen Kirche zu vereinbaren. Ergo ist die angestrebte (gewünschte?) Veränderung der deutschen Kirche ein eigenständiger Weg, welcher bei konkreter Umsetzung dann nur noch mit dem bösen Wort „Schisma“ umschrieben werden kann. Dies scheint insbesondere das Schicksal der ecclesia teutonica zu sein.

 

Aber wem wäre damit geholfen? Spaltung hat die Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte noch nie attraktiver gemacht. Die evangelische Schwesterkirche ist beispielsweise in ca. 20.000 Denominationen aufgespalten. Die Trennung der Kirche war wohl kaum im Sinne ihres Stifters Jesus Christus. Die Glaubwürdigkeit von Kirche wird damit jedenfalls nicht erhöht. Vielleicht wird sich der ein oder andere an dieses Wort Jesu erinnern: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht zugrunde“ (Mt 12,25). Kann das das langfristige Ziel der „deutschen Kirche“ sein? Wollen wir, dass die Kirche in Deutschland (noch weiter) zugrunde geht?



Die erste Dialogveranstaltung behält für mich jedenfalls einen faden Beigeschmack. Es trat dort so viel Ungeklärtes und auch Unkluges zutage. Auf meinen begeisterten Bericht von der Veranstaltung „Nightfever“ in einer Arbeitsgruppe war der Kommentar eines Paters: „... mit Kerzen anzünden können wir unsere Kirche nicht verändern“. Als ich von der verändernden Kraft durch das Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten sprach, welches doch insbesondere im Wirken von Mutter Teresa zum Ausdruck gekommen sei, erwiderte der gleiche Geistliche: „Ich brauche nicht vor dem Allerheiligsten zu beten. Mir genügt auch die Laudes“.

Ich habe auch solche Aussagen gehört: „Nicht mehr reden, Forderungen stellen und handeln: jetzt!“ oder „Es ist Zeit, dass wir etwas tun. Wir haben genug geredet“.

Unüberhörbar waren auch viele so oder ähnlich geäußerte und geschriebene Statements: „Ich leide als Frau an der Machtfrage“, „Die Kirche ist die einzige Institution, wo die Frauen noch keine Rechte haben“, „Wir brauchen eine neue Sprache in der Kirche“, „Wir brauchen die Laienpredigt“ u.v.m.

Das Resümee, welches eine namhafte Teilnehmerin und Mitglied eines gewissen Zentralkomitees im Plenum zufrieden äußerte war dies: „Das Wort Rom ist gestern und heute kein einziges Mal gefallen.“ Und der unüberhörbare Kommentar eines Gremiumvertreters in meiner Arbeitsgruppe war dieser: „Gott sei Dank“.

Ich erschrak selber über diese Frage, die in mir hochkam: „Warum hassen diese Katholiken die Kirche?“ Von allzu großer Liebe schienen mir solcherart Aussagen kaum geprägt. Zumindest standen zahlreiche Forderungen im Vordergrund. Und ein offensichtliches Leiden an der Kirche. Nun bin ich kein Psychologe, aber dass Menschen, die vornehmlich damit ihr Leben gestalten, indem sie fortwährend fordern und fordern und fordern, nicht unbedingt zu den glücklichsten gehören, das liegt auf der Hand.

„Dein Wille geschehe“, oft genug beten wir dies im Vaterunser. Und ganz früher wusste man noch um jene Tugend, die heute kaum noch zu vermitteln ist: den Gehorsam.
„Die Gläubigen aber müssen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch ihres Bischofs in Glaubens- und Sittensachen übereinkommen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten; ...“

Dieses Zitat stammt aus jenem Dokument, worauf sich auch viele Teilnehmer des Dialogprozesses ausdrücklich berufen haben, z.B. so: „Beschlüsse des II. Vatikanums ... sind umgesetzt und werden gelebt“ oder „Das ganze Konzil ist rezepiert und umgesetzt.“ Das Zitat vom „religiösen Gehorsam“ ist aus jenem II. Vatikanischen Konzil, nämlich Lumen Gentium, 25.

Ich grübelte darüber nach, welches Bild viele Teilnehmer von Kirche haben. Für einen Außenstehenden könnte vielleicht der Eindruck enstehen, dass die (deutsche) Kirche ein großer Caritasverein ist, der dem großen „historischen“ Sozialreformer Jesus folgt und dass es ihre Aufgabe im Heute ist, sich um sozial Vernachlässigte und Entrechtete zu kümmern, insbesondere um Frauen, Geschiedene und Homosexuelle sowie um deren Gleichberechtigung zu kämpfen. Zu diesem Schluss könnte man jedenfalls gelangen, wenn man die zahlreichen Resümees und Statements Revue passieren lässt. Und Erinnerungen an den Evangelischen Kirchentag in Dresden wurden wach.

Angesichts der zum Teil abenteuerlichen und gewagten Vorstellungen von Kirche, die in den Arbeitsgruppen und auch im Plenum zutage traten, habe ich jedenfalls einigermaßen frustriert und mit vielen Fragen den Heimweg angetreten: Wäre es spätestens angesichts dieser ersten Dialogveranstaltung in Mannheim nicht naheliegend für die Bischöfe, zu fragen, ob der Dialog mit den kirchenkritischen reformfreudigen Katholiken nicht eventuell vergebliche Liebesmüh ist?

Wäre es nicht vielleicht doch sinnvoller einmal den Dialog mit den Gruppierungen in der katholischen Kirche zu suchen, die in Mannheim nicht vertreten waren? Warum gab es eine derart einseitige Gewichtung auf Teilnehmer aus dem sog. progressiven Spektrum (Pfarrgemeinderats- und Diözesanratsvorsitzende, KFD- und ZDK-Vertreter, Caritasverbands- und diverse Gremiumvertreter)? Ist dies wirklich repräsentativ für die gesamte katholische Kirche in Deutschland? Ist die eventuell „schweigende Mehrheit“ damit auch vertreten? Aber auch: Kann über die Wahrheit demokratisch abgestimmt werden?

Warum wurden nicht Vertreter von beispielsweise Opus Dei, Legionäre Christi, Petition pro Ecclesia, Lebensschutzbewegungen (BvD, Alfa etc.), Jugend 2000, Generation Benedikt u.v.m. eingeladen? Haben diverse Bischöfe evtl. Angst vor jenen Vertretern, die eher dem sog. „konservativen“ Spektrum zuzuordnen sind?

In der Wirtschaftssprache: Wäre es nicht erfolgversprechender, wenn man mit den Mitarbeitern spricht, die ganz und gar hinter dem Unternehmen „Kirche“ stehen, sich nicht durch Forderungen und Nörgelei hervortun, sondern die meist still und bescheiden ihren Dienst im Hintergrund leisten, statt mit jenen, die die innere Kündigung pflegen, indem sie nörgeln, fordern und das Betriebsklima vergiften?

Vermutlich hat meine Kritik an der Kritik auf der Dialogveranstaltung etwas damit zu tun, dass ich ein vollkommen anderes Veständnis von Kirche habe, als viele andere Teilnehmer.

Für mich ist die Kirche wirklich und sogar sehr buchstäblich aus der Seitenwunde unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus hervogegangen, der sich für uns am Kreuz hingegeben hat.

Ist das alles romantischer Quatsch und Gefühlsduselei eines überspannten Fundamentalisten? Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Oder konnte das die heilige Katharina, von der diese Auslegung stammt, noch nicht richtig verstehen im 14. Jahrhundert? Sind wir aufgeklärte Katholiken da heute schon weiter? Oder sind wir nicht vielleicht schon ziemlich weit übers Ziel hinausgeschossen mit unserer heutigen Sichtweise von Kirche?

Aber der Blick auf die Heilige Schrift eröffnet uns ja noch weitere Perspektiven: Kirche ist „sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.“ (Eph 1,23)
Schließlich ist sie die mystische Braut Christi (vgl. Eph 5,29.32).

Sodann hat der auferstandene Christus die Kirche auf den Jünger gegründet, der ihn verleugnet (!): „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18). Welche Liebe unseres Erlösers, der wir in Wort und in der Tat jeden Tag nacheifern sollen und dürfen!

Wesentlich wäre also, wenn wir von Seiner Kirche sprechen und nicht von unserer Kirche. Wir sind lediglich Verwalter und beauftragt, durch den Sohn im Heiligen Geist zu handeln. Das hat auch etwas mit Gnade zu tun.

Ich liebe die katholische Kirche. Wie könnte ich, wenn ich Christus gefunden habe, das was Ihm gehört, Seine Kirche, anders als lieben? Ich liebe Seine Kirche, weil ich weiß und sehe, dass die vielen Fehler eben nicht die Seiner Kirche sind, sondern die Fehler des Bodenpersonals. Wenn überhaupt, dann sind viele Glieder krank, aber nicht der gesamte Leib (vgl. Rö 12,4 + 1 Kor 12,12 ff).

So muss ich freimütig bekennen: Ich leide überhaupt nicht an der Kirche. Ich leide an der Sünde und an der Gottferne. Übrigens leide ich auch an und durch meine Sünden. Aber umso mehr freue ich mich, wenn ich dann im Sakrament der Versöhnung ganz und gar in den barmherzigen Armen meines Erlösers Friede und wieder die ursprüngliche Freude des Neugetauften empfangen darf. Und dieses Empfangen ist nur in den Sakramenten und damit durch Seine Kirche möglich. So singe ich gerne und überzeugt diesen Liedvers: „Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad in seine Kirch berufen hat; ihr will ich gläubig folgen!“ (GL 965)

Wollen wir das Wunder, das Gott wirken will, noch zulassen? Wir wagen es nicht mehr, uns vertrauensvoll in die Arme des Erlösers fallen zu lassen, gemäß dem Satz aus einem Tagesgebet: „Je hinfälliger wir sind, desto mächtiger wirkt Gott“. Fürchten wir uns etwa vor der Allmacht und der Barmherzigkeit Gottes? Wie kann das sein?

Hat das vielleicht etwas mit menschlicher Macht zu tun, die wir so sehr schätzen, statt jener Ohnmacht die uns eigentlich stark macht, weil wir eben um diese unsere Schwäche wissen? (vgl. 2 Kor 12,10)

Am Samstag Vormittag wurden die wichtigsten (!) Standpunkte zum Thema „Unsere Zukunftsbilder von unserer Kirche: Es ist 2015 – das Jubiläumsjahr des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils. Unsere Kirche hat große Ausstrahlungskraft. Was zeichnet sie jetzt aus?“ zusammengefasst. In diesen aus allen Arbeitsgruppen von insgesamt ca. 30 Teilnehmern vorgetragenen Statements kam nicht ein einziges Mal Jesus Christus vor. Ich habe diese 10 Minuten im Film festgehalten. Vielleicht ist es ein wichtiges Zeugnis zur Kirchengeschichte des beginnenden 21. Jahrhunderts. Mich hat es erschüttert und ernüchtert, wodurch die Kirche im Jahr 2015 „Ausstrahlungskraft“ haben soll.
Keiner der teilnehmenden Gruppen war es wichtig, jenen in den Mittelpunkt zu stellen, der diese Kirche gegründet hat. Keiner kam auf den Gedanken, dass es Jesus Christus selber sein könnte, durch den die Kirche eine große Ausstrahlungskraft haben könnte. Oder das Er durch uns z.B. strahlen könnte oder sollte, damit andere hoffentlich zu Ihm finden könnten. Jedenfalls wurde das so oder ähnlich in keinem Statement geäußert.

Und einmal mehr muss ich an jenen Satz des Dichters Georges Bernanos denken: „Das große Unglück dieser Welt ist nicht, dass es so viele Ungläubige gibt, sondern dass die Gläubigen so mittelmäßig sind.“.

Gegen diese Mittelmäßigkeit müssen wir alle ankämpfen.

Gerne denke ich an jenen Psalmvers, der in großen Buchstaben über dem Plenum hing:
„Mein Herz fließt über von froher Kunde“.

Das hat etwas mit Christus zu tun. Und mit Seiner Kirche.

Bernhard Luthe ist 3. Vorsitzender von „Pro Papa - Solidarität mit Papst Benedikt XVI. e.V.“.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. September 2011 um 13:27 Uhr

Geschrieben von: Administrator

Sonntag, den 10. Juli 2011 um 21:46 Uhr

   

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